KOKA 2009: DISKUSSION IM EUROPÄISCHEN PARLAMENTVeröffentlicht am Sonntag 8. Februar 2009 16:36, von . Bearbeitet am Mittwoch 18. Februar 2009 23:59 Alle Fassungen dieses Artikels: [Deutsch] [English] [Español] [français] [italiano] [Nederlands] [Português]DISKUSSION IM EUROPÄISCHEN PARLAMENT,Rue Wiertz, Brüssel (Übersetzungen sind in Englisch, Spanisch, Italienisch and Französisch erhältlich) ROOM A 1 G 3, ALTIERO SPINELLI BUILDING MITTWOCH, DEN 4. MÄRZ 2009 14.00 – 18. 30 ES GIBT EINEN BANNER DIE KOKA-DEBATTE AUF YOUTUBE Koka 2009: von Verfolgung zur Vision Erfahrungen aus der Vergangenheit und Zukunftsperspektiven der EU-Strategie in Hinsicht auf die Koka-Pflanze und einen möglichen Markt für legale Kokaprodukte in Europa. Am 4. März 2009 veranstaltet ENCOD eine Konferenz mit Debatten und Reflexion im Europäischen Parlament in Brüssel. Die Veranstaltung beginnt um 15 und endet um 18:30 Uhr. Abgeordnete von Sozialverbänden, Mitglieder des Europäischen Parlaments und Experten aus Europa, Nord- und Südamerika nehmen daran teil. Ein endgültiges Programm wird demnächst veröffentlicht. Hintergedanke dieser Veranstaltung ist es, so viel Unterstützung aus Europa wie möglich für den Vorschlag zu gewinnen, der von der bolivianischen Regierung eine Woche darauf in Wien eingebracht wird.
Hintergrund 1995 wurde von ENCOD die „KOKA 95“-Kampagne organisiert, an der auch Organisationen von Kokaproduzenten aus der Andenregion teilnahmen. Ziel der Kampagne war die öffentliche und politische Thematisierung des Vorschlages, die Pflanze Koka nicht länger zu verfolgen. Dies wäre eine Möglichkeit, die traditionellen Kokablatt-Produkte in Europa zu kommerzialisieren. Der Vorschlag könnte der europäischen Unterstützung für die US-Politik der Vernichtung und der gewaltsamen Alternativpflanzen-Substitution in Südamerika ein Ende machen. Anstelle dessen hätten die Kokabauern eine ökonomische Perspektive und könnten den Anbau für die illegale Herstellung von Kokain einschränken. Nach fast 15 Jahren ist das Ergebnis nicht gerade erfreulich. Das Kokablatt untersteht noch immer der Prohibition durch die UN-Suchtstoffkonvention von 1961. Gewaltsame Konflikte im Zusammenhang mit der Kokakultivierung finden noch immer in den Produktionsländern statt, während sich die ökonomische Situation der Kokabauern nicht verbessert hat. Auch ist der Nachschub von Kokain für die konsumierenden Länder nicht gesunken.
Vom 11. bis 13. März 2009 wird in Wien eine Versammlung der Vereinten Nationen zum Thema Drogen stattfinden. Bei diesem Treffen sollen Richtlinien für eine globale Strategie, dem Drogenthema begegnen zu können, bestimmt werden. Unter der Präsidentschaft von Evo Morales, welcher sich als Gewerkschaftsführer der Kokabauern an der „COCA 95“-Kampagne beteiligte, wird dort die bolivianische Regierung einbringen, die Kokapflanze aus der Liste 1 der kontrollierten Substanzen zu entfernen, wo sie in den Anhängen zu der Konvention von 1961 vermerkt ist. Am 12. März 2008 hat das Europäische Parlament einem Bericht zugestimmt, welcher die folgenden Empfehlungen abgibt: "Die Europäische Kommission und ihre Mitgliedsstaaten werden aufgerufen, Wege der Kooperation mit europäischen zivilgesellschaftlichen Organisationen zu finden, die auf dem Feld der legalen Nutzung der Kokapflanze aktiv sind, und darüber hinaus einen sicheren Umgang mit den Produkten sicherzustellen.“ Als Plattform für zivilgesellschaftliche Organisationen, Firmen und Bürger hat ENCOD sich mit den Organisationen der Kokabauern zusammengeschlossen, um ein mögliches Modell für eine nachhaltige Kommerzialisierung von traditionellen Kokablatt-Pprodukten auszuarbeiten. Diese sollen unter strikter Überwachung durch Regierung und Gesellschaft produziert werden.
PROGRAMM COCA 200915.00 – 15.30 Uhr Ein ausschlaggebender Zusammenhang in der Beziehung zwischen Europa und der Andenregion
Drei Berichte über die Bedeutung des Kokablattes für die Beziehung zwischen Europa und der Andenregion Giusto Catania, Abgeordneter, Italien Felipe Cáceres, Vizeminister von Social Defense, Bolivien Joep Oomen, Encod, Belgien
15.30 – 16.45 Uhr48 Jahre der Prohibition
Drei Berichte über die Auswirkung der Ausrottung und gewaltsamen Alternativpflanzen-Substitution von Cocafeldern in der andeanischen Gesellschaft Terry Nelson, LEAP, Vereinigte Staaten von Amerika Adriana Rodriguez, Forscherin, Kolumbien Julio Salazar, Gewerkschaft der Bauern in der tropischen Region von Cochabamba, Bolivien
16.45 – 18.00 UhrAuf dem Weg zu neuen Lösungen
Drei Vorschläge für eine effektive Politik hinsichtlich der Kokapflanze, mit der Absicht die Situation der Kokabauern auf eine nachhaltige Art und Weise zu verbessern Felix Barra, COFECAY, Gewerkschaft der Bauern der Region von Los Yungas, Bolivien Eduardo Casas Bertet, PLATAFORMA MAMACOCA, Spanien Beatriz Negrety, Wissenschaftlerin, Bolivien
18.00 – 18.30 UhrSchlussfolgerungen
Mit der Teilnahme von Mitgliedern des Europäischen Parlaments
Präsentation der Sammlung des Coca Museums in Paris, Frankreich
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei. Eine Voranmeldung ist dennoch erforderlich. Das Anmeldeformular hierfür findet sich unten. Bitte senden Sie es ausgefüllt an: coca2009 at encod.org
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Wer am 4. März nicht in Brüssel sein kann, kann gerne an der Diskussion teilnehmen – per eMail mit Euren Anregungen an coca2009 at encod.org
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