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Bayern: 5x mehr Drogentote als in Tschechien

Verbotspolitik und warum ist sie Schuld?

Veröffentlicht am Dienstag 25. Mai 2010 13:03, von Martin Steldinger . Bearbeitet am Dienstag 25. Mai 2010 01:45

Alle Fassungen dieses Artikels: [Deutsch]

Bayern ist für gewöhnlich bekannt für seine schönen Landschaften und gutem Bier. Leider gibt es in dieser Gegend auch eine sehr hohe Repression – und dadurch viel mehr Personen, die ein Problem mit ihrem Drogenkonsum bekommen als zum Beispiel in Tschechien. Dies belegen leicht nachvollziehbare Statistiken und genau das hat Martin Steldinger die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans, Mitglied der christlichen Fraktion in der FDP, auf Abgeordnetenwatch gefragt.


Das Blog "die Hanfplantage" liest sehr aufmerksam die Neuigkeiten von ENCOD und was sonst auf der Welt vor sich geht. So ist Betreiber Martin Steldinger höchst Aktiv, was das Fragestellen an die Drogenbeauftragten von Deutschland und die Themen von ENCOD, z.b. den Reuter-Trautmann Bericht, angeht. Dazu gibt es das Internetportal "Abgeordnetenwatch", über das man den Parlamentariern Fragen stellen kann und die Antworten dann für immer als "digitales Gedächtnis der Bürger" verzeichnet sind.

So stellt Martin Steldinger zur Zeit eine Frage an die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) bezüglich der statistischen drogenbezogenen Toten. Er führt aus, dass in Bayern - mit einem angeblich besserem Gesundheitssystem und der Präventionsbemühungen der Regierung - fünfmal mehr Totesumstände mit Drogenbezug stattfinden als in Tschechien, mit einer vergleichbaren Einwohnerzahl. Tschechien hat vor kurzen außerdem die gesetzlichen Regelungen was ein "Besitz für den Eigenbedarf" darstellt, modifiziert. Bezugnehmend auf die Entkriminalisierung in Portugal dürfte auch in Tschechien die Zahl der "Drogentoten" weiter sinken.

Zur Zeit interessieren sich schon 53 weitere Personen für die Antwort! Wenn Sie die Antwort “interessiert”, können Sie sich Abgeordnetenwatch mit Ihrer E-Mailaddresse eintragen und benachrichtigen lassen!

Der Text:

Werte Frau Dyckmans,

am 21.12.2009 antworteten Sie auf die Frage von Herrn Schwab, dass Tschechien kein Vorbild in der Drogenpolitik sein könnte. Dazu folgende Zahlen:

Drogentote Bayern: 2008: 247; 2009: 250 www.bka.de

Drogentote Tschechien: 2006: 42; 2007: 40 www.emcdda.europa.eu

Einwohnerzahl Bayern: 12.501.200 (31. Juli 2009) de.wikipedia.org

Einwohnerzahl Tschechien: 10.501.197 (30. September 2009) de.wikipedia.org

Bayern: 2,00 Drogentote pro 100.000 Einwohner Tschechien: 0,38 Drogentote pro 100.000 Einwohner

Meine zwei Fragen dazu sind, warum in Bayern fünfmal mehr Personen drogenbezogen Sterben als in Tschechien, wenn hierzulande eine so viel bessere gesundheitliche und präventive Versorgung besteht? Zum anderen, wäre es denkbar, dass die Politik der Repression eine viel größere Rolle spielt, als die deutsche Politik annimmt, wie auch Studien der UNO und der Reuter Trautmann-Bericht nahelegen?

mit freundlichen Grüßen,

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