Die gute Nachricht, die in diesem Herbst aus Afghanistan kam, geht so: Zum ersten Mal seit Jahren ist die Produktion von Opium zurückgegangen; zwanzig Prozent weniger Mohn als im vergangenen Jahr wurden angebaut, zehn Prozent weniger Rauschgift wurden daraus gewonnen.
Die schlechte Nachricht, die leider dazugehört, läuft darauf hinaus, dass das alles nichts mit dem Krieg des Westens, der auch ein Krieg gegen die Drogen ist, zu tun hat: nichts mit Förderprogrammen und Strafmaßnahmen, nichts mit Hamid Karzai, nichts mit der afghanischen Polizei, nichts mit zerstörten Feldern oder verhafteten Drogenhändlern. Es liegt einzig daran, dass der Weltmarkt, so schätzen Experten, im Jahr ungefähr fünftausend Tonnen nachfragt; allein in Afghanistan wurden aber fast siebentausend Tonnen produziert. Logischerweise ist also der Preis so stark gefallen, dass es sich für den einen oder anderen Bauern wieder lohnt, Getreide anzubauen statt des Mohns.